Wie eine vergessene Epoche zum Schauplatz wurde – und warum Orte Geschichten tragen.

Rostock, 1615

Als ich anfing, an Jakob – Die Stimme der neuen Zeit zu schreiben, wusste ich: Es sollte ein Ort sein, der wirklich existiert. Eine Stadt, die man anfassen kann. Eine Stadt, deren Steine noch heute da sind.

Rostock im frühen 17. Jahrhundert war genau das: eine lebendige Hansestadt, voller Handwerk, Handel und Bildung. Die Universität war bereits über 150 Jahre alt. Buchbinder und Verleger arbeiteten im Schatten der Marienkirche. Das Meer war nah.

Eine Epoche zwischen Aufbruch und Umbruch

Das Jahr 1615 liegt kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg – einer Zeit, die Europa verändern sollte. Die Menschen lebten in einer Welt, die noch nicht wusste, was kommen würde. Das fasziniert mich: diese Gleichzeitigkeit von Alltag und historischer Schwelle.

Jakob weiß nicht, was die Geschichte mit ihm vorhat. Er kennt nur sein Leben, seine Arbeit, seine Fragen.

Warum Orte Geschichten tragen

Wenn ich heute durch Rostock gehe, spüre ich etwas von dieser Zeit. Die alten Backsteingassen, der Hafen, die Kirchen. Geschichte ist nicht vorbei – sie ist eingraviert in das, was geblieben ist.

Das wollte ich in diesem Roman spürbar machen.